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Der Vereinskühlschrank

Sicher habt Ihr auch einen Kühlschrank in Euerm Vereinsheim für Getränke. Ich kenne zwei Modelle für die Benutzung: es gibt einen Thekendienst und nur wenn die Thekendienstler vor Ort sind, gibt es was zu Trinken – meist gegen Cash. Oder es gibt das Prinzip „Vertrauen“ – jeder nimmt sich, was er will und legt das Geld dafür in die Kasse. Dieser zweite Ansatz kommt in verschiedenen Varianten daher: Geld direkt in eine Kasse werfen, Strichliste, Wertmarken etc.

Wir haben bisher das letztere Modell bei uns im Einsatz. Allerdings hatten wir im letzten Jahr vermehrt das Problem, nicht bezahlter Getränke. Im Kern liegt das sicher nicht daran, dass Mitglieder sich bewußt als Zechpreller profilieren wollten. Es liegt wohl eher daran, dass man gerade kein Geld hat, nachher mit einem 10er bezahlen will, kein Wechselgeld da ist usw. usf. Diese unschöne Situation wollten wir ändern.

Ein Produkt muß her

Unser Ziel: Kühlschranköffnung nur nach vorheriger Identifikation, am liebsten bargeldlose Zahlung, einfachste Abrechnung für den Kassierer (wir haben 150+ Aktive) Budget deutlich unter €1.000,-.

Erster Gedanke: wir kaufen ein professioneller Kassensystem aus dem Gaststättengewerbe. Normale Geräte liegen so zwischen €300-€400 und mehreren tausenden Euro. Problem: die sind für Bar- und/oder Kartenzahlung gedacht – für ein Restaurant eben. Nach längerer Sucherei habe ich sogenannte Kantinensysteme gefunden, die Bezahlung über „Mitarbeiterausweise“ oder RFID Chips erlauben. Einzig der Preis war mit mehreren tausend Euro deutlich ausserhalb des Budget. Das alles bei Hardwarekosten (selber stundenlang bei alibaba recherchiert) im Bereich von 50-100 Euronen. Lachhaft!

Ok. Plan B – wir nehmen einen dieser Kühlschränke mit Geldeinwurf. Die Dinger kosten in der Größe, die wir brauchen um die €5.000,- und auch gebraucht noch um die €3.000,-. Also auch Fehlanzeige.

Mist – es gibt nix

Bleibt daher nur selber was bauen. Ich hasse das eigentlich – der Verein macht sich abhängig von einem Einzelnen und kann den nicht mal in Arsch treten, wenn’s klemmt. Ist ja alles ehrenamtlich. Und ich (in diesem Fall der Autor der SW) hab den Verein an der Backe, der natürlich zu recht professionelle Qualität erwartet. Hilft aber nix. Ist im Moment der einzige Weg.

Basierend auf billigem China-Zeugs, einem Raspberry Pi und ein wenig PHP und Python Programmierung habe ich einen Kassenrechner gebaut, der:

  1. komplett bargeldlos arbeitet auf der Basis von RFID Chips, die zumindest unsere Motorflieger ohnehin bereits haben für die Flugabrechnung der Motorflüge.
  2. Alle Produkte via Barcode Scan erfasst
  3. Unseren Kühlschrank mittels Magnetschloß öffnen und schließen kann
  4. Eine Partyfunktionen für die Bewältigung von Feiern bietet: Feiern, zu der jemand einlädt und Feiern, bei denen der Kühlschrank offen bleibt, aber jeder einzeln zahlen muß.
  5. Die Konfiguration von Produkten und „Kunden“ erfolgt über eine simple Web-Schnittstelle
  6. Abrechnungsdaten stehen als CSV zur Verfügung, aus der man mit einer Pivot-Tabelle leicht eine Monatsrechnung generieren kann.

Wie so ein Bezahlvorgang funktioniert, seigt Euch Anna-Lena im folgenden Video

Wird das mal ein Produkt?

Eine Reihe von Leuten haben mir geraten, ein Produkt aus der Sache zu machen. Ich bin mir allerdings in keiner Weise sicher, ob dafür überhaupt ein Bedarf ist. Ausserdem gibt es bisher genau einen „Kunden“, nämlich meinen Verein. Das ist ein wenig dünn für eine Produktentwicklung.

Daher hier meine Einladung: wer so ein System für seinen Verein interessant findet UND fit genug ist, die Hardware zusammen zu bauen (von mir gibt’s bei großer Not telefonischen Support), dem würde ich die Software einstweilen umsonst überlassen. Die Hardwarekosten liegen bei etwas über €200,-:

  1. Raspi, ca. €45,-
  2. Relais-Bord zum Schalten des Schlosses: ca. €5,-
  3. USB-RFID Scanner: ca. €5,-
  4. USB Bardcode Scanner: ca. €18,-
  5. Raspi 7“ Touch Display: ca. €75,-
  6. Magnetschloß: ca. €20,-
  7. Gehäuse: ca. €10,-

Bei Interesse könnt Ihr mich via email kontaktieren.

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2 Comments

  1. Tolle Idee und tolle Lösung! Ich mag alles, was fortschrittlich ist und einem das Leben erleichtert. Das hättest du sicherlich auch super verkaufen können, wenn es nicht zu viele Leute mit der Einstellung gäbe: „Das haben wir schon immer so gemacht und das bleibt auch so!“ 😉

  2. torstenbeyer

    Naja, es gibt gut 900.000 Vereine in Deutschland. Der Markt ist groß, Wenn genügend Rückmeldungen kommen, werde ich aus der SW ein Produkt machen. Mal sehen. HW Produkte zu machen scheitert vermutlich an hohen Zulassungshürden.

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