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Ausgewandert

So kann’s gehen beim Segelfliegen: toller Plan, aber die Realität ist unkooperativ. Nachdem sich der Samstag ja bereits durch wenig erfolgreiches Wandersegelfliegen hervorgetan hatte, bot der Sonntag in sofern keine Überraschung, dass er mit eher noch schlechterem Wetter aufwarten konnte.

Aber der Reihe nach: Nachdem die DG am Samstag in windeseile abgebaut und im Anhänger verstaut war, mussten sich die Wandersegler aufteilen. Während die Mäxe aussengelandete Clubklassekumpels einsammelten, wurde ich beauftragt, dickere Schlafsäcke zu beschaffen. Denn: es sollte NOCH kälter und NOCH windiger werden. Im Prinzip kein Ding: beim Intersport in Jena gab’s eine große Auswahl dicker Schlafsäcke. Leider aber nur geeignet für Menschen mit dicken Geldbörsen. Nach mehrfachen Telefonaten mit den abrüstenden Schlafsackinvestoren fand sich ein Modell, das sowohl zum Budget passte, als auch versprach, den Schlafsackbewohner hinreichend vor Schafskälte zu bewahren.

Im Zuge dieses Einkaufs befand ich für mich, dass ich nicht 52 geworden bin – und mir einen Platz in der Mitte dieser Gesellschaft erarbeitet habe – um in der Kälte zu schlafen. Ich geb’s zu: ich bin Warmduscher. Der Gasthof zur Schweiz bot ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis. Ich war somit raus aus der Schlafsacknummer.

Nachdem ich dann am nächsten Morgen – gut gestärkt und nicht ausgekühlt – oben in Schöngleina aufgeschlagen bin, fand ich eine eher blaugefrorene Gruppe missmutiger Segelflieger vor. Ich hatte bereits beim Frühstück sämtliche mir zur Verfügung stehenden Segelflugwettervorhersagen studiert. Das gemeinsame Studium mit den beiden Mäxen veränderte leider auch in keiner Weise die Einschätzung: nördlich der Alpen und Südlich des Skagerak gab’s für die nächsten Tage einfach nirgends eine Chance auf raumgreifendes Fliegen von A nach B (mit A weiter als 50km von B entfernt). Schweren Herzens fiel so die Entscheidung, den Wandersegelflug mit einer Auto-Etappe in die Heimat zu beenden. Schade, schade – aber irgendwann wird das Wetter auch wieder besser. Es hat sich ausgewandert für uns – bevor es noch richtig losgegangen ist.

Kleiner Nachtrag: unsere Werkstattleiter waren begeistert von den XLR Steckern (Buchsen und Kabeln), die wir in Jena gekauft haben. Trotz der etwas dubiosen Kaufumstände.

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