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Es geht (bald) wieder los

Endlich – man kann es morgens und abends merken. Die Tage werden länger. Tagsüber, bei Sonne, bilden sich erste zarte Cumulanten. Die schaurige, dunkle Zeit geht dem Ende entgegen und endlich, endlich können wir wieder ans Fliegen denken. Seit Jahren beginnt „meine“ Saison in Gap. Südfrankreich hat mehrere Vorteile für Segelflieger: das Essen ist gut, die Leute sind freundlich, die Gegend ist zur jeder Jahreszeit für Segelflieger ein Paradies und es gibt eine gute Infrastruktur an Flugplätzen.

Aber die Alpen sind kein Ponyhof. Die Fliegerei zwischen den Felsen birgt erhebliche Gefahren (ungefähr 4x so tödlich, wie im Flachland). Ausserdem sind wir am Beginn der Saison meist in keinem guten Trainingsstand – schließlich mussten wir fast 5 Monate über’s Fliegen sprechen, als es tatsächlich zu tun. Da hilft es, sich die Gefahren und mögliche Vermeidungsstrategien nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Einen guten Artikel dazu hat Rudolf Stüssi geschrieben – ein Muss für jeden, der dieser Tage in die Berge fährt.

Und wer immer noch der Meinung ist, dass er in 4.000m locker ohne Sauerstoff auskommt: lest mal diesen Artikel und denkt nochmal über Eure Haltung nach.

Jetzt ist es auch höchst Zeit, das „Alpenequipment“ zusammen zu suchen und zu checken, ob es noch funktioniert. Was ich immer an Bord dabei habe und vorher checke:

  1. einen Spot GPS Locator. Checken, ob  der Vertrag noch gültig ist. Neue Batterien einsetzen und schauen, dass die Ersatzbatterien noch „gut aussehen“. Da ich das Ding immer mal verleihe: checken, dass die Konfiguration noch richtig ist (und auf meine Kontakte verweist)
  2. Tiefkühltruhen-feste Kleidung. In der Welle kann es schonmal frisch werden. Letzens -38 Grad in 5.900m. Also: Zusammensuchen der Ski-Unterwäsche. Suchen der Fleece-Unterziehhosen, die eigentlich für Segler unter ihrem Ölzeug sind. Wo sind eigentlich die Fleece-Pullover abgeblieben und die Fleece-Socken. Und am allerwichtigsten: meine Skyboots. Jaja, die Skyboots. Gut sind sie ja. Aber die Verarbeitungsqualität war in den vergangenen Jahren etwas – wie soll man sagen – lässig. Insbesondere die Reissverschlüsse haben gern den Geist aufgegeben. Checken, ob die ok aussehen – sonst schnell nochmal zu Schneider, und neue einsetzen lassen.
  3. Checken der Sauerstoffanlage: Vor drei Jahren bin ich mit kaputtem Drucksensor in meiner EDS Anlage da rumgeflogen. Nicht gut. Also: einbauen den Kram in die Katana, Puloxymeter auf den Finger und ab nach FL100 (oder drüber, wenn die Lotsen wieder nett sind). Wo wir gerade dabei sind: Sauerstoff-Flaschen füllen lassen (wo ist nochmal das Füllventildingens?)
  4. Sauerstoff in die DG1000 einbauen. Wie immer gibt’s hier zwei Herausforderungen: wo ist diese schäbberige DG-Flaschenhalterung abgeblieben? Und wo ist das Y-Ventil für die EDS Anlagen (vorn-hinten)?
  5. Luftfahrtkarten. Leider sind die Französischen Segelflugkarten von derart mieser Qualität, dass sie bei mir bereits nach einer Woche Fliegen beginnen, sich in ihre Einzelteile aufzulösen. Im Zweifel vor Ort noch schnell eine neue kaufen? Luftraumstruktur noch wie immer? Oder fliegen in den TRAs jetzt tatsächlich Drohnen rum?
  6. Erste-Hilfe-in-den-Bergen-Übernachten-Survival-Kit? Wo war das noch und ist es noch vollständig?

Natürlich stehen dann noch die üblichen Checks an, die man immer machen muss, wenn mit einem Flieger irgendwo hin fährt – sowohl am Anhänger als auch am Flugzeug selbst. Aber das hat mit den Alpen nix zu tun.

Im Alter wird man ja immer tüdeliger. Gleichzeitig scheint der Bedarf zu wachsen, die Dinge vernünftig zu organisieren. Ein zunehmend schwer zu überbrückender Graben. Daher habe ich für Fliegerurlaube im Allgemeinen und Ausflüge in die Alpen eine Checkliste gemacht, für alles, was man mitnehmen muss, woran man alles denken muss. Hier ist sie, falls Ihr auch schusseliger werdet…

Wie immer werden wir im Hotel Muret übernachten – Zimmer ist gebucht. Vorher ganz wichtig: ca. 1 Woche fasten, sonst kommt man mit +2kg zurück nach Deutschland. Kiki von Tarade Aeroservice weiß auch, dass wir kommen. Am 2.4. geht das Abenteuer wieder los. Bin schon ganz hibbelig.

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