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Richtig verfolgen

Wandersegelflug in Reinform ist: Schlafsack in den Flieger und losfliegen. Ohne Netz und doppelten Boden. Das ist nicht für jeden was. Wir haben ja eher die Warmduschervariante gewählt: einer fliegt, einer fährt hinterher. Das ganze Gerödel ist im Auto. Das ist weniger abenteuerlich – aber wenn man wie wir einen reinen Segler hat (ohne Klappi) die Variante, die weniger Theater bei einer Aussenlandung erzeugt.

Dabei stellt sich die Frage, wie verfolgt man eigentlich ein Segelflugzeug. Hier ein paar Tipps von uns:

  1. Am Besten einen Tracker verwenden, der zuverlässig funktioniert. Wir haben uns auf einen Spot verlassen. Das Ding funktioniert zuverlässig. Wenn man ein älteres Modell (gebraucht/runderneuert) erwirbt, halten sich die Hardwarekosten im Rahmen. Der Service ist allerdings nicht ganz billig. Das Ding funkt alle 10min seine Position. Das reicht zum Verfolgen völlig.
  2. Moderne Segelflug-Navis (z.B. xcsoar) bieten diese Möglichkeit auch. Dabei nutzt das Navi im Flugzeug das normale Mobilfunknetz. In Gegenden, in denen die Netzbetreiber Basis-Stationen installiert haben, die auch nach oben senden, funktioniert das ganz gut – das ist im Allgemeinen in bergigen Gegenden der Fall. Im ganz Flachen (z.B. bei uns im Münsterland oder am Niederrhein) kommt es da aber schonmal zu Aussetzern.
  3. Im Auto bietet sich als „Verfolgungstool“ ein Tablet-PC an. Mit entsprechenden Apps (Spot) oder der richtigen Webseite (skylines im Falle von xcsoar) kann der Fahrer bequem sehen, wo sein Verfolgungsziel gerade herumfliegt.
  4. In aller Regel sollte der Verfolger nach Abflug des Seglers nicht allzu lange am Startplatz rumhühnern. Auch wenn das Segelflugzeug „nur“ mit einem 70er oder 80er Schnitt fliegt, muß man sich mit dem Hinterherfahren sputen. Das Gespann kommt ja auch nur selten auf einen Schnitt von mehr als 100km/h. Dabei legt es aber in aller Regel 25%-30% mehr Strecke zurück, als der Segler. Unser Rat: ein letzter Kaffee, nochmal Pippi machen und dann los.
  5. Pilot und Verfolger müssen sich spätestens am Morgen über den ungefähren Flugkorridor verständigen. Dabei nach Möglichkeit keine Knicks in den Korridor planen (dies ist Juppis & Torstens keine Knick-Regel!). Die erzeugen nämlich dann ein Problem für den Verfolger, wenn der Pilot vor dem Kursknick hängen bleibt. Wenn Kursalternativen unausweichlich sind, hilft eine kurze SMS (die meist, aber auch nicht immer, gut aus dem Segler gesendet werden kann) zur Orientierung für den Verfolger.
  6. Wenn sich der Pilot im Flug bereits entscheidet, wo er landen will (und das nicht der Platz ist, den das Team morgens ins Auge gefasst hat), hilft eine kurze SMS ebenfalls zur Orientierung.

Der Verfolger wird auf diese Weise auch bei langen Strecken 60-90min nach dem Segelflugzeug aufschlagen. Diesen Zeitvorsprung nutzt ein guter Pilot, um ein Begrüßungsbier zu organisieren, das Flugzeug schonmal zu reinigen und eine Unterkunft für die Nacht zu organisieren.

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