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Was bleibt…

Leider haben die Meteorologen immer dann recht, wenn sie Scheißwetter vorhersagen. Nachdem sich Juppi gestern mannhaft durch das Verkehrschaos von der Alb nach Bronkow vorgekämpft hatte, gab’s heute auch prompt Kackwetter. Also, statt die geile Elektrowinde zu benutzen, oder einen im Westen eher unbekannten Wilga Schlepp zu geniessen, mussten wir gezwungenermassen C-Klasse fahren (was nix gegen die C-Klasse ist).

Der Rest in Bronkow war aber klasse. Auf meine Frage „wie komm‘ ich denn an einen Kaffee“, sagte mir einer der vielen netten Jugendlichen in Bronkow „wir haben für Euch mitgedeckt, geht gleich los“. Fliegerherz, was willst Du mehr.

Die letzte Etappe nach dem Frühstück war dann auch gleich die Längste: 670km quer durch Deutschland. Von der Lausitz an den Niederrhein. Nachdem gestern aber alle die Strassen verstopft haben, war heute ruh‘. Wir sind super durchgekommen.

 

Was bleibt?

Unvergessliche 10 Fliegertage. In allen Berichten von Wandersegelfliegern liest man von der freundlichen Gastfreundschaft, die einen empfängt, wo immer man aufschlägt. Von den neuen Freunden, die man findet. Das können wir 100% bestätigen. Die Kameraden reissen sich den A**** auf, um dem wandernden Segelflieger ein Fortkommen am nächsten Tag und ein Bett für die Nacht zu organisieren. So erfährt man, dass Segelfliegen mehr ist, als die Jagd nach km (/h). Wer es darauf reduziert verpasst einen ganzen Strauß an Erlebnissen – denke ich. Und trotzdem: wir sind 1.500km geflogen (und fast das Doppelte gefahren).

Vor lauter Luftraumscheiß sieht man unsere Route (bunt) vor allem im Westen kaum.

Vor lauter Luftraumscheiß sieht man unsere Route (bunt) vor allem im Westen kaum.

Was haben wir gelernt?

Ganz oben: Keine Knicks in Kursen. Die verwirren den Verfolger. Immer schön geradeaus. Dann: TopMeteo hat im Grunde immer zurückgerudert. Wer aus dem TopMeteo Bericht das Wetter für in 2 Tagen ableiten will, zieht sinnigerweise 200km von der PFD ab – damit liegt ihr näher an der Realität, als TopMeteo. Geradeaus durch eine längere Strecke fliegen ist ungewohnt – das Wetter ändert sich rascher, als auf den häufiger geflogenen 300-400-500 km Runden. Manchmal ist es klug, nicht auf den locals zu hören (meist aber doch – man weiß nur nie wann).

Und wer hat das ermöglicht?

Wandersegeln basiert vor allem auf der Annahme, dass man – wo immer man aufschlägt  freundlich aufgenommen wird. Das funktioniert. Ich hoffe, dass uns Segelfliegern diese Haltung noch lange erhalten bleibt. Uns haben ganz viele Leute unterstützt und unsere „Reise“ bereichert. Ein paar haben aber eine besondere Erwähnung verdient: Chrissie für tollen Nudelsalat, Kaffee und einen warmherzigen Empfang in Wolfhagen – und natürlich den anderen netten Fliegern dort. Anna-Sophie und ihrem kleinen Team von wackeren Segelfliegern in Coburg. Dem netten Burschen, dessen Namen wir vergessen haben, der in Klix quasi auf dem Platz wohnt und uns die Telefonnummern von möglicherweise verfügbaren Schlepper gegeben hat – und natürlich Günther für’s Schleppen. Eberhard und seinen „Senioren“ in Jena, die uns – trotz zunächst widrig erscheinender Wetterbedingungen – tapfer durch fette Böen geschleppt haben. Harald und dem Wasserkuppen-Team für eine Bergung mit dem Suzuki und zwei Nächte im „Sport-Hotel Wasserkuppe“. Peter aus Aalen für die spontane Organisation eines Schleppers (er selbst) und die noch spontanere Organisation eines anderen Schleppers, als der TopTherm forecast unglaublich wurde. Steffen von den Bronkower Segelfliegern für die Organisation einer Bleibe für die Nacht und den Bronkower Jugendlichen für ein klasse Frühstück und die schnellste Kestrel Abrüstaktion ever. Chris für travelbyglider.eu und 2,5 nette Tage. Meiner Frau, dass sie mich hat fliegen lassen und Juppi für 600km Stau am Freitag vor Pfingsten.

Tipps für Essen und Übernachten hab ich hier zusammengetragen.

Es war klasse. Nächstes Jahr (spätestens) kommen wir wieder. Und wer inzwischen in Grefrath vorbeikommen will: seid willkommen.

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