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Segeln im Stockholmer Skärgård

DieterVom 23.8 – 4.9. war ich mit Dieter, Manni und Thomas im Stockholmer Schärengarten unterwegs. Dieter und ich hatten während der Boot 2006 im Februar eine Dufour 36 zum Messepreis gemietet und die einschlägigen Revierführer meinten, daß Ende August/Anfang September eine Super Zeit zum Segeln dort oben wäre. Dumm nur, daß da oben – genau Manni und Thomaswie bei uns – dieses Jahr der Sommer ausgefallen war. Es war kalt! Saukalt!

Das hat uns aber nicht die Stimmung versaut. Ganz im Gegenteil – wir hatten eine wirklich vergnügliche Zeit da oben im Norden. Und es war – wegen der unsäglichen Preise im Norden – der alkoholärmste Törn, den ich je gemacht habe. Wir haben die ganze Zeit nur Lättöl getrunken.

Ursprünglich wollten wir von Stockholm nach Mariehamn (auf den Åland Inseln). Leider wehte der Wind zu Beginn unserer Reise genau aus Mariehamn. Und wir waren zu faul In der Einsamkeit, keine 50km von Stockholmriesige Kreuzschläge zu machen – zumal zu Beginn täglich bis zu 6/7 bft Wind wehte. Als nicht so erfahrener Segler muß man bei dem Wind nicht draußen auf dem freien Meer rumsegeln. So sind wir dann in unserem ersten Hafen auch erstmal für einen Tag eingeweht. Es ha mittags bis 8bft geblasen. Manni und Thomas haben den Tag dann für einen ersten Trip mit Bus/Bahn nach Stockholm genutzt, während Dieter und ich faul waren.

Weil es auch nach diesem vielen Wind immer noch ordentlich geblasen hat, sind wir schön zwischen den Schären geblieben und haben eine Art Rundreise um Stockholm gemacht. Zunächst nach Nordosten, dann quasis parallel zur Küstenlinie nach Süden und dann wieder zurück nach Stockholm. Unser Schiff - eine Dufour 36Häufig haben wir in kleinen Häfen gelegen – zum Teil aber auch nur in Buchten (mit ein wenig Infrastruktur). Nachdem die Schweden ja um diese Jahreszeit bereits Winterkleidung tragen, haben wir die Häfen meist für uns allein gehabt und nur in wenigen Ausnahmen mußten wir Hafengebühr bezahlen.

Die Segelei zwischen Steinen und Klippen kannten wir ja noch von unserem Trip in den Westschwedischen Schären – was hier beeindruckend hinzu kam, waren die großen Fähren, die sich da durch die zum Teil recht engen Fahrwässer zwängten. Jeder, der schonmal staunend vor einer der großen Skandinavienfähren gestanden hat, wird umso staunender schauen, wenn die durch ein enges Schärenfahrwasser kurvt. Nach ein paar Tagen haben wir uns dann auch aus den Hauptfahrwässern heraus getraut und sind mal in die eine oder andere Bucht gefahren.

Liegeplatz in einer einsamen Bucht

Schon schön, kaum 50km von Stockholm entfernt und man ist mitten in der Einsamkeit.

Und wie das so ist beim Segeln – irgendwas geht immer schief. Eines Tages hatten wir beim Segeln so ein Schwappen im Salon. Und siehe da, es stand reichlich Wasser in der Bilge. Das ist nicht gut und jeder Segler wird bei sowas sehr nervös. Schnell stellte sich aber heraus, daß unser Wasser Süßwasser war. Nur – wie kam es da hin? Des Rätsel Lösung war dann ein geplatzer Schlauch der Außendusche. Die Frischwasserpumpe hatte einen guten Tank voll Süßwasser durch das Loch in die achtere Bilge gepumpt und von da war es langsam in den Salon gelaufen. Die elektrische Bilgepumpe war völlig überforderte (auf einer Dufour taugt die nicht mal zum Leerpumpen eines Goldfischglases), so daß wir mit der Handpumpe ranmußten. Das ging dann aber erstaunlich gut. Man lernt halt nie aus beim Segeln.

HagelDas Schiff mußten wir Montag abend wieder abgeben (Dienstag ging der Flieger zurück nach Köln/Bonn) und wir hatten beschlossen, einen Tag Sightseeing in Stockholm einzuplanen. So sind wir Sonntag nachmittag nach Stockholm reingesegelt, um so den letzten Tag dort zu verbringen. Es ist wirklich beeindruckend, mit so einer relative kleinen Yacht mitten in einen großen Hafen hineinzufahren und dort auch noch einen Liegeplatz zu bekommen.

Wir haben im Yachthafen kurz vor dem Tivoli gelegen und konnten von dort in ca. 20min in die Stadt laufen. Zeitgleich mit uns war ein riesiges Kreuzfahrtschiff in Stockholm angekommen und so war die gesamte Stadt voller US Touristen.

So gegen 17:00 sind wir dann in Richtung unserer Verleihstation aufgebrochen – ein Fahrt von ca. 1h. Die Jungs wollten den KreuzfahrerJewel of the Seas mit Fähren nochmal so richtig von nahem fotografieren. Als wir dann genau querab der Brücke in ca. 80m Abstand waren, hat das Ding beschlossen abzulegen. Hebel auf den Tisch und weg – war da die Devise. Bei dieser Fahrt haben wir dann auch das mit Abstand beschissenste Wetter gehabt. Es sah schon beim Ablegen düster aus – ich war denn auch der Einzige in vollem Ölzeug. Und als das Gewitter dann loslegte, bekam ich die ehrenvolle Aufgabe, unseren Kahn zu fahren. Super Sache – bei Blitz und Donner. Ausgerechnet beim Anlegen fing es dann auch noch an zu hageln, so daß man weder etwas sah noch hörte (schlecht beim Anlegen :-). Naja, hat dennoch alles gut geklappt, auch wenn sich unser Schiff kurzfristig zu einer Eisskating-Bahn verwandelt hat.




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